Dyckerhoff Förderpreis 2019 verliehen

Am 12. April 2019 wurde im Dyckerhoff Info-Zentrum in Wiesbaden der dritte Dyckerhoff Förderpreis für Betontechnologie an eine Absolventin aus Darmstadt und einen Absolventen aus Wiesbaden verliehen. Beide Preisträger konnten ihre komplexen Aufgabenstellungen erfolgreich in die Praxis umsetzen.


Preisträger, Jury und Mentoren (v.l.n.r.): Dr. Markus Schmidt (Hochschule Darmstadt), Manfred Götz, Paul Vogel (Dyckerhoff), Prof. Petra Rucker-Gramm (Frankfurt University of Applied Sciences), Prof. Regina Stratmann-Albert (Hochschule Darmstadt), Carina Schneider (Preisträ­gerin), Norbert Schultz (Dyckerhoff), Christian Hartmann (Preisträger), Thomas Hiess, Frowin Urban (beide Hochschule RheinMain), Martin Möllmann (Dyckerhoff)

Mit dem Förderpreis möchte Dyckerhoff Studierende hessischer Hochschulen aus dem Fachbe­reich Bauingenieurwesen stärker für die Zement- und Betontechnologie begeistern. In die engere Wahl kommen Absolventen bzw. Absolventinnen, die sich in ihren Thesen mit der Verbesserung der baustoffspezifischen Eigenschaften, der Qualität, der Ökologie, der Wirtschaftlichkeit von Beton beschäftigen. Die beiden diesjährigen Preisträger qualifizierten sich mit herausragenden Abschlussarbeiten. Daher entschied die Jury, den Förderpreis zu teilen und zwei erste Preise zu verleihen.

Carina Schneider verfasste Ihre Bachelorarbeit mit dem Titel „Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton mit Frischbetonverbundfolie als Verbundsystem – Verbundverhalten bei hinterwan­dernder Feuchtigkeit“ an der Hochschule Darmstadt im Fachbereich von Prof. Dr.-Ing. Regina Stratmann-Albert. Bei ihrer mit „sehr gut“ bewerteten Arbeit wurde sie von der Bauindustrie unterstützt. Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton werden seit Jahrzehnten erfolgreich bei Abdichtung gegen drückendes und nicht drückendes Wasser gebaut. Carina Schneider erarbeitete selbständig und ausführlich das höchst komplexe Thema und analysierte wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton mit Frischbetonverbundfolien als Verbundsystem. In eigenständig geplanten und durchgeführten Laborversuchen prüfte sie das Verbundverhalten bei hinterwandernder Feuchtigkeit an drei verschiedenen Folien. Präzise stellte sie dar, wie wasserundurchlässige Konstruktionen auch ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen, wie Frischbetonverbundfolie sicher ausgeführt werden können – bei besserer Wirtschaftlichkeit.

In seiner Masterthesis beschäftigte sich Christian Hartmann mit der „Entwicklung eines univer­sellen Versuchsstandes zur automatisierten Medienbeaufschlagung von mineralischen Baustof­fen“. Sie entstand im Fachbereich Architektur und Bauingenieurwesen der Hochschule RheinMain bei Prof. Dr.-Ing. Christian Heese und wurde ebenfalls mit „sehr gut“ bewertet. In dem von der Hochschule geförderten Forschungsprojekt geht es um chemische Angriffe auf Beton. Um den mehrdimensionalen Angriff auf Probekörper zu untersuchen, entwickelte Christian Hartmann einen hinsichtlich Art der Medien, Temperatur, pH-Wert, Durchmischung des Prüfmediums etc. variabel einstell- und verwendbaren automatisierten Versuchsstand. Dabei setzte er auf einer ebenfalls mit dem Dyckerhoff Förderpreis ausgezeichneten Masterthesis aus dem Jahr 2015 auf. Eine ausführliche Recherche sowie eigenständig geplante und durchgeführte Versuchsreihen bildeten die Grundlage für den neuartigen Prüfstand. Dieser ermöglicht weitere, umfangreichere Grundlagenforschung und die Weiterentwicklung von Betonzusammensetzungen – insbesondere von Ultrahochleistungsbetonen – hinsichtlich des Widerstands gegen spezifische chemische Angriffsszenarien.


Paul Vogel und Norbert Schultz überreichen den Preis an Carina Schneider und Christian Hartmann

Norbert Schultz, Leiter des Geschäftsbereichs Zement Deutschland/Luxemburg bei Dyckerhoff sowie Paul Vogel, Leiter des Verkaufsbereichs Silozement Südost bei Dyckerhoff und Initiator des Förderpreises, überreichten die Preise. Beide wiesen darauf hin, wie wichtig die Zusammenarbeit mit den hessischen Hochschu­len für die Baustoffindustrie ist. Aufgrund zunehmender Komplexität der Bauaufgaben und immer neuer zu beachtender Regelwerke steigen auch die Anforderungen an den Baustoff Beton weiter. Eine bessere Baustoffkompetenz auf planerischer Seite und gut ausgebildete Betontechnologen sind in naher Zukunft unverzichtbar. Nicht zuletzt sollte der Förderpreis ein Ansporn sein, die Forschung an den regionalen Hochschulen zu verstärken.