Tram-Endhaltestelle Kehl

Architektonisches Glanzstück mit formschönen Wandscheiben aus grauem Sichtbeton

Die grenzüberschreitende Straßenbahnlinie zwischen Kehl in Baden-Württemberg und dem französischen Straßburg hat für die europäische Einigung eine praktische, aber auch eine große symbolische Wirkung. Die Ende 2018 eingeweihte Endhaltestelle am Rathausplatz in Kehl beeindruckt durch ihre ungewöhnliche Sichtbeton- Architektur.

Nach einem Entwurf des Berliner Architekturbüros J. Mayer H. wurden in zwei getrennten Konstruktionen insgesamt vier Wandscheiben mit zwei darauf gelagerten Dächern geschaffen. Jedes der Bauwerke ist einer Fahrtrichtung zugeordnet. Unter den Dächern bieten weitere Sichtbeton-Elemente Platz zum Sitzen.

Die Wandscheiben und die Sitzelemente wurden von der Freiburger Firma Egenter im Fertigteilwerk mit Dyckerhoff CEM I 42,5 R aus Göllheim hergestellt. Als Zuschlagstoff kam regionaler Rheinsand/-kies (0-32 mm) zum Einsatz. Die Wandscheiben haben eine Stärke von 35 cm, sind 3,50 m hoch und 2,70 m breit. Die Sitzelemente sind mit 30 cm etwas dünner, 2,26 m hoch und 3,65 m breit. Die Ausführung erfolgte jeweils in der Sichtbetonklasse SB3 – SB4 und der Expositionsklasse XC4, die Druckfestigkeit beträgt C 30/37.

Das Dach der Haltestelle wurde vor Ort von der Firma Uhl aus Hausach betoniert. Nachts und in der Dämmerung werden die Scheiben sehr effektvoll von unten beleuchtet. Bauherr ist die Stadt Kehl, die Haltestelle wurde im Dezember 2018 fertiggestellt und feierlich eingeweiht.

Beeindruckende Architektur kennzeichnet die internationale Tramlinie auch auf französischer Seite: Bereits im Jahr 2001 wurde die Straßburger Endhaltestelle Hoenheim-Nord nach einem Entwurf von Zaha Hadid errichtet.

(Fotos: Frank Dinger und Stadt Kehl)