Tagungsteilnehmer erleben Live-Sprengung im Granitsteinbruch

Ein besonderes Highlight wurde den rund 130 Teilnehmern der diesjährigen Dyckerhoff WEISS Tagung geboten: Eine Live-Sprengung im Steinbruch des Dyckerhoff Partnerunternehmens Röhrig Granit in Heppenheim.

Im eigentlichen Tagungsprogramm standen zukunftsweisende Fragestellungen im Vordergrund: „Wie bleiben wir in der Betonwerksteinbranche Up-to-Date?“ und „Was können wir künftig noch besser machen?“. Um diese Themen ging es in den insgesamt sechs spannenden Impulsvorträgen, die Martin Möllmann, Direktor der Dyckerhoff GmbH und verantwortlich für Produktmarketing und Weisszement Vertrieb, den Tagungsteilnehmern ankündigen konnte.

Innovative Produkte dank modernster Betontechnologie

Gleich zu Beginn beschäftigte sich Dr.-Ing. Dennys Dressel, Leiter der Dyckerhoff Anwendungstechnik, mit „Betonwerkstein und Sichtbeton mit modernen Zusatzmitteln“. Er erläuterte in seinem Vortrag, wie sich die Produkteigenschaften Verarbeitbarkeit, Erhärtungsverlauf und Nachbereitung mit modernen Zusatzmitteln ganz gezielt steuern lassen. So lässt sich beispielsweise die Qualität der Oberflächen nachhaltig verbessern oder der Arbeitsprozess spürbar beschleunigen.

Um modernste Betontechnologie ging es auch in den Ausführungen von Dr.-Ing. Stephan Hauser, Inhaber der Ducon Europe GmbH & Co. KG in Mörfelden. Er stellte den „Mikrobewehrten Hochleistungsbeton“ mit all seinen technischen Eigenschaften vor. Die Ducon-Technologie, also ein hochfester Beton mit einer Mikroarmierung, ist dank ihrer extrem hohen Energieabsorption für alle Anwendungen prädestiniert, bei denen es um einen sicherheitsrelevanten baulichen Schutz geht. Dazu zählen beispielsweise Schutzmauern, die vor Explosionen schützen, aber auch Stützenverstärkungen in Bestand und Neubau oder der Erdbebenschutz. Dass man daraus auch attraktiven Architekturbeton herstellen kann, konnte Dr. Hauser am Beispiel des Liberty Parks am New Yorker World Trade Center zeigen. Dieser wird von weißem Architekturbeton in Form attraktiver Pflanzkübel und Sitzbänken aus 6 cm dünnen Ducon-Weißbetonelementen geprägt.

Moderne Betone und Licht

Fortgesetzt wurde der Blick in die Zukunft durch Dipl.-Ing. Andrea Kreuzburg vom Wilhelm Dyckerhoff Institut (WDI) in Wiesbaden mit ihrem Vortrag über „Photokatalytisch aktive Betonoberflächen“ und die daraus abgeleiteten Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung. Sie konnte zeigen, dass durch den photokatalytischen Effekt - hervorgerufen durch Sonnenlicht und den zielgerichteten Einsatz von Titandioxid - an Baustoffoberflächen Schadgase reduziert, organische Oberflächenverschmutzungen abgebaut und ggf. auch organischer Bewuchs verhindert werden kann.

Dr.-Ing. Andreas Roye, Geschäftsführer der Lucem GmbH in Stolberg, ging anschließend der Frage nach: „Wie kommt das Licht in den Beton“ und präsentierte „Technologie und Praxisbeispiele für Lichtbeton“. Nach einem Blick auf die Historie von Lucem und dem Produkt konnte er feststellen, dass der schon 1935 erstmals in einem kanadischen Patent erwähnte „Lichtbeton“ - heute eine Kombination optischen Fasern und Feinbeton - nach nunmehr 80 Jahren in der Praxis angekommen ist. Das zeigte auch sein Blick auf die verschiedenen Produktvarianten und Einsatzmöglichkeiten von lichtleitendem Beton. Sie reichen von Trennwänden und Empfangstheken über Böden und Möbel bis hin zu spektakulären Lichtbeton-Fassaden wie zum Beispiel bei der Al Aziz Moschee in Abu Dhabi.

Ein Blick in die Zukunft

Sven Marasek von der OGS Gesellschaft für Datenverarbeitung und Systemberatung mbH in Koblenz sprach zum Thema „Industrie 4.0 und der Einsatz von Apps im Betonwerk“ und erläuterte, wie die zunehmende Digitalisierung früher analoger Technologien aussehen kann. Er zeigte ganz konkret eine App, die nicht nur den aktuellen Lieferstatus anzeigt, sondern auch Materialabrufe just in time auslöst und Zugriff auf alle wichtigen Informationen überall und jederzeit bietet.

Ganz futuristisch wurde es am Ende des Vortragsteils, als Dr.-Ing. Dirk Lowke von der TU München den „Architekturbeton aus dem 3D-Drucker“ präsentierte. Nach der Skizzierung verschiedener Drucktechniken wie der „Extrusion-Deposition Technique“ und „Particle-bed 3D-Printing Technique“ zeigte er anhand von Videos eindrucksvoll wie eine additive Fertigung von multifunktionalen, monolithischen Wandelementen durch Extrusion von Leichtbeton vor sich gehen kann und wie strukturell und bauphysikalisch optimierte, multifunktionale Außenwandelemente ohne zusätzliche Wärmedämmung mittels modernster Drucktechnologien herstellt werden.

Perfekter Abschluss mit Live-Sprengung im Granitsteinbruch

Abgerundet wurde der Tag im nahegelegenen Heppenheim. Dipl.-Ing. (FH) Marco Röhrig, der bereits zuvor in Bensheim die Röhrig Granit GmbH vorgestellt hatte, nahm die Teilnehmer mit auf einen informativen und spannenden Rundgang durch den firmeneigenen Steinbruch in Heppenheim. Spektakulärer Höhepunkt war die „Live-Sprengung“. Ein wahrlich „donnerndes“ und zugleich beeindruckendes Ende der diesjährigen Dyckerhoff Weiss BetonwerksteinTagung.