Betone für massige Bauteile

Als massige Bauteile aus Beton bezeichnet man im Allgemeinen Bauteile, deren kleinste Abmessung (Dicke) mehr als 0,80 m beträgt. Für Bemessung, Konstruktion, Betontechnik und Ausführung gelten grundsätzlich die Normen DIN 1045 und DIN EN 206-1. Der Kern massiger Bauteile aus Beton erhärtet im jungen Alter praktisch unter nahezu adiabatischen Bedingungen (fast ohne Wärmeaustausch), da die im Bauteil entstehende Hydratationswärme deutlich den über die Bauteiloberfläche möglichen Abfluss übersteigt. Damit verbundene Volumenänderungen können äußeren und inneren Zwang erzeugen und damit zu unkontrollierten Rissen führen. Zur Sicherstellung der Gebrauchstauglichkeit und der Dauerhaftigkeit dieser Betonbauteile sind abweichend und ergänzend zu den Normen DIN 1045 und DIN EN 206-1 besondere Maßnahmen durch die DAfStb–Richtlinie „Massige Bauteile aus Beton“ zugelassen.

Wir verwenden in unseren Betonen für massige Bauteile deshalb geeignete Premiumzemente mit niedriger Hydratationswärmeentwicklung (Prüfergebnisse nach 7 Tagen (EN 196-8) bzw. nach 41 Tagen (EN 196-9) für Normalzemente nach EN 197-1 max. 270 J/g: Bezeichnungzusatz „LH“ bzw. für Sonderzemente nach DIN EN 14216 max. 220 J/g: Bezeichnungszusatz „VLH“) und können Ihnen bei Bedarf trotzdem eine gute Frühfestigkeit sichern.

Die Frischbetonbegrenzung unter 20° C, eine optimierte Sieblinie der Gesteinskörnung und der Einsatz von Flugasche verringern bzw. verzögern zusätzlich zielgerichtet die Hydratationswärmeentwicklung, der Festigkeitsnachweis erfolgt dabei statt nach 28 Tagen erst nach 56 bzw. 91 Tagen. Für die Nachbehandlungsdauer gelten die Festlegungen der DIN 1045-3, hierbei ist das Verhältnis der Druckfestigkeiten nach 2 Tagen zum Zeitpunkt des Druckfestigkeitsnachweises (28 Tage, 56 Tage oder 91 Tage) zu beachten.