
Besuch aus Chile im Werk Deuna – Moderne Sprengtechnik im Fokus
Im Rahmen eines Erfahrungsaustauschs informierten sich im Kalksteintagebau Deuna die Firma geo-konzept und datageo (Chile) über moderne Vermessungs- und Sprengtechnologien
Im Kalksteintagebau in Deuna finden regelmäßig Gewinnungssprengungen für die Zementproduktion statt.
Ein zentrales Ziel ist es, Erschütterung für die umliegenden Orte so gering wie möglich zu halten. Dafür setzt Dyckerhoff ein lasergestütztes, hochpräzises 3D-Vermessungssystem sowie eine Drohne zur Bruchwand- und Haldenvermessung der Firma geo-konzept ein, die eine effiziente, sichere sowie eine maßgenaue Sprengplanung und Zündplanung ermöglichen. Vor jeder Sprengung wird der zu sprengender Abschlag mittels eines 3D-Wandscans vermessen. Auf Basis dieser Daten werden Bohrlochpositionen, Bohrlochtiefen, Bohrlochwinkel und Bohrlochabstände festgelegt. Die Daten werden als Bohrplan auf die Bohrraupe übertragen. Der Bohrmaschinenführer (Fachkraft für Bohrarbeiten und Bohranlagen) erfasst während der Bohrarbeiten die geologischen Daten des Gesteins.
Die so erhobenen Daten werden zur Optimierung des Sprengstoffeinsatzes verwendet und tragen dazu bei, Erschütterungen zu minimieren. Zur objektiven Überprüfung der Maßnahmen wurden in den vergangenen Jahren drei Messstationen (Erschütterungsmessgeräte) in den umliegenden Ortschaften Zaunröden und Keula installiert. Die Aufstellung der Messgeräte und die Datenerhebung erfolgen durch ein unabhängiges Ingenieurbüro. Auswertungen dieser Messungen belegen, dass die Erschütterungen infolge der Sprengungen unter den relevanten Normwerten liegen. Die beschriebenen Vorgehensweisen und Ergebnisse wurden im Rahmen eines Erfahrungsaustauschs mit Teilnehmern aus Chile und Deutschland am Donnerstag, den 12. Februar 2026, im Werk Deuna im Bereich des Tagebaus vorgestellt und diskutiert. Der Gast aus Chile berichtete von seiner Tätigkeit in der Kupfermine Mina Collahuasi. Die Mine ist eine der größten Kupferminen der Welt und befindet sich im Norden Chiles, in der Nähe der Stadt Pica. In dieser Mine werden pro Sprengung etwa 300.000 Tonnen Gestein bewegt – meist durch zwei bis drei Sprengungen am Tag. Obwohl die Größenverhältnisse nicht mit dem Kalksteintagebau in Deuna vergleichbar sind, bestehen aber deutliche Parallelen im technischen Ansatz und in der Zielsetzung, Erschütterungen bei Sprengungen zu verringern. In der chilenischen Mine kommen bereits Systeme zum autonomen Fahren von Förderfahrzeugen zum Einsatz und auch dort wird intensiv an der Reduzierung von Erschütterungen bei Sprengungen gearbeitet – unter anderem durch den Einsatz moderner Vermessungs- und Planungstechnologien. Zudem wurde berichtet, dass bei der Kupfergewinnung ein hoher Anteil von Abraum anfällt: Auf eine Tonne Erz kommen etwa fünf Tonnen Abraum. Ziel der Firma datageo ist es daher, durch verbesserte Prozesse die Erzgewinnung effizienter zu machen. Die Gäste zeigten sich beeindruckt von der Effizienz und Präzision der Prozessgestaltung sowie der intelligenten Sprengtechnik im Kalksteintagebau Deuna. Ein gemeinsamer Rundgang durch den Tagebau rundete den fachlichen Austausch ab.
Für alle Beteiligten war das Treffen ein wertvoller Einblick in die unterschiedlichen Arbeitsmethoden des jeweils anderen und für die Weiterentwicklung der eigenen Arbeitsabläufe.
Titelbild v. l. n. r.: Andreas Zibell Tagebau Deuna Dyckerhoff, Gabriel Gurrea Matus Vertrieb und Support geo-konzept, Johannes Kutschera Leiter Bergbauabteilung geo-Konzept, Cesar Fuentes Barahona Technischer Vertriebsleiter datageo (Chile), Marcel Pfohl Leiter Tagschicht Tagebau Deuna Dyckerhoff