
Darmstadt, Staatstheater
Dyckerhoff WEISS – die perfekte Neuinszenierung des Staatstheaters in Darmstadt. Es wirkt wie ein geschwungener Balkon zur Stadt: das neue, strahlend weiße Portal des Staatstheaters Darmstadt.
Bis vor wenigen Jahren war der Eingang in einer gleichförmigen, dunklen Fassade versteckt. Die von dem Stuttgarter Architekturbüro Lederer + Ragnarsdóttir + Oei geplante Sanierung des in die Jahre gekommenen Theaters eröffnete jedoch die Chance, der Spielstätte ein besonders repräsentatives und einladendes Entree zu verschaffen.
Das Eingangsgebäude, das die notwendige Verbindung zwischen Tiefgarage und Foyer schafft, wurde als Außenbauwerk geplant, ohne Dämmung und unbeheizt. Zentrales Element des weißen Betonmonolithen ist der markante, organisch geformte Balkon in der Mitte. Neben ihm befindet sich auf einer Seite die Treppenanlage, auf der anderen der Aufzug.
In ihrer Materialwahl nahmen die Planer Bezug auf das bestehende Hauptgebäude, das mit weißen Marmorplatten und Messing bekleidet ist. Gleichzeitig griffen sie mit dem Werkstoff Beton das Hauptbaumaterial des ursprünglichen Baus auf. Allerdings stellen sie der damals modernen rauen Brettschalung und dem groben Waschbeton nun den heutigen, hohen Sichtbeton-Standard mit einer sehr gleichmäßigen und glatten Oberfläche entgegen. Das einzige, was aus der homogenen Betonoberfläche des imposanten Eingangsbauwerks herausragt, sind Kupferbolzen. Sie verschließen die Spannlöcher, enden aber nicht bündig mit der Betonoberfläche, sondern stehen über und werfen so ein gleichmäßiges Schattenbild auf die Fassade. Aber nicht nur die Fassade, auch die Treppenanlage mit ihrer massiven Brüstung besteht aus weißem Sichtbeton. Ebenso alle Innenwände, die trotz ihrer Krümmung eine gleichermaßen makellose Oberfläche haben, wie die Sichtbetonfassade.
Als Zement kam Dyckerhoff WEISS, der Ästhet unter den Zementen, zum Einsatz. Die Gesteinskörnung besteht aus weißem Quarzsand und ortsüblichem Kies. Zusätzlich wurde als Pigment Titandioxid verwendet.