
Dyckerhoff Beton für „MOXIE“ in Moers
Farbbeton mit VARIODUR 40 prägt das Kunstwerk von LENI HOFFMANN
Seit September 2025 erhebt sich auf der Kulturinsel im Moerser Schlosspark die hellblaue Betonskulptur MOXIE der Künstlerin Leni Hoffmann. Das Werk, das bis November 2027 hier zu sehen sein wird, vereint Kunst, Materialtechnologie und Ingenieurskunst.
Ausgangspunkt für das Projekt war der Wunsch der Künstlerin Leni Hoffmann, eine Skulptur aus „himmelblauem“ Beton zu schaffen. Dyckerhoff unterstützte die Realisierung maßgeblich durch die Bereitstellung von Zement, Beton und Logistik sowie beim Aufbau des Kontakts zur Firma Harold Scholz & Co. GmbH, dem Pigmentlieferanten. Nach fachlicher Abstimmung fiel die Wahl auf das Pigment Kobaltblau G 2828 BB.
Zum Einsatz kam der Dyckerhoff Zement VARIODUR 40 (CEM III/A 52,5 R) aus dem Werk Neuwied, der zur Herstellung hochfester Betone geeignet ist. Dieser Zement bietet mit seiner hellen Eigenfarbe die ideale Grundlage für den gewünschten Farbton.
Mit diesem Zement und dem ausgewählten Pigment wurden im Labor der Prüfstelle in Leverkusen gemeinsam mit der Künstlerin verschiedene Farbmuster hergestellt. Nach Sichtung der Proben entschied sich die Künstlerin für die stärkste Dosierung von 10%, um eine möglichst hohe Leuchtkraft des Farbtons zu erzeugen.
Für die Fertigung der Skulptur wurden insgesamt 10 m³ Sichtbeton im Transportbetonwerk Neuss produziert, mit einer Dosierung von 420 kg VARIODUR 40 pro Kubikmeter. Wegen der sehr schlanken Form, mit teilweise unter 40 cm Durchmesser, legte der Statiker zur Vermeidung von Schäden beim Ausschalen eine höhere Festigkeit fest. Statt C25/30 kam daher C40/50 zum Einsatz, wodurch der Beton bereits nach sieben Tagen die erforderliche Tragfähigkeit zum sicheren Aufrichten der Skulptur erreichte.
Aufgrund der engen Bewehrung und der schlanken Bauteilform wählte Dyckerhoff ein Größtkorn von 8 mm sowie die Konsistenzklasse F4. Dies ermöglichte eine optimale Fließfähigkeit, sodass auch eng bewehrte Abschnitte gleichmäßig und ohne Hohlräume verfüllt werden konnten.
Mitte August 2025 legte die Künstlerin zunächst die Kontur der Skulptur auf der Kulturinsel fest und markierte deren Position für die spätere Ausschachtung. Der entsprechende Graben wurde anschließend in der geschwungenen Form des künftigen Bauteils händisch von der Künstlerin und ihren fünf Mitarbeitenden ausgehoben. Über viele Tage folgte die Einbringung der Schalform aus Gips von Hand durch die Künstlerin. Später wurde das im Labor der Prüfstelle in Leverkusen getestete Trennmittel aufgebracht. Mitte September fand schließlich der Beton-Guss statt, nachdem die erforderliche Bewehrung durch einen erfahrenen Stahlbetonbauer eingebracht worden war.
Die Lieferung des Betons und das anschließende Heben der massiven Betonfigur aus dem Erdreich gestalteten sich als äußerst komplexe logistische Aufgabe. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten, insbesondere eines angrenzenden Bachlaufs und der beengten Platzverhältnisse, war der Einsatz von schwerem Gerät erforderlich. Nach der Aushärtungsphase folgte der imposante Moment des endgültigen Aufrichtens: Mit Hilfe von zwei Sennebogen-Teleskopraupenkränen und zusätzlicher Schwerlasttechnik wurde die rund 19,50 Meter lange und 4,60 Meter hohe Skulptur behutsam aus der Gipsform gehoben, ohne sie zu beschädigen, während die Schalform zerbrochen zurückblieb.
Anschließend konnte MOXIE präzise aufgerichtet und sicher auf ihren Fundamenten positioniert und kraftschlüssig verankert werden. Die Schalteile aus Gips sind noch immer am Fuße der Figur zu sehen. Die Künstlerin entschied sich bewusst dafür, diese Elemente dort zu behalten, um den Herstellungsprozess sichtbar zu lassen — MOXIE scheint direkt aus der Erde „geschlüpft“ zu sein.
Das Ergebnis ist eine lichtblaue, organisch geformte Betonskulptur, die durch ihre präzise Ausführung und Materialqualität zugleich Leichtigkeit und Stabilität ausstrahlt. Eine Seite wirkt organisch geformt, geschwungen und lebendig, die andere ist bewusst flach vom Gussprozess.
Dyckerhoff, bereits 2009 (Museum Ludwig Köln) und 2012 (Kunstverein Mönchengladbach) wichtiger Partner anspruchsvoller Beton-Projekte Leni Hoffmanns, brachte 2025 bei MOXIE erneut Kunstverständnis und Betontechnologie zusammen, um ein Werk zu schaffen, das technische Präzision und künstlerische Ausdruckskraft vereint.
MOXIE kann bis zum 1. November 2027 auf der Moerser Kulturinsel bestaunt werden.
Fotos: Leni Hoffmann, Yukiko Oyama, Manuel Franke, Copyright: Leni Hoffmann
Für weitere Informationen steht zur Verfügung:
Isabel Derstroff, Tel.: +49 611 676-3173
marketing@dyckerhoff.com