Kompensationsmaßnahmen

Kompensationsmaßnahmen auf einer Fläche, die 140 Fußballfeldern entspricht

Abgrabungen sind nach dem Gesetz „nicht vermeidbare Eingriffe in Natur und Landschaft“ und müssen mit „Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege“, Kompensationsmaßnahmen genannt, ausgeglichen oder ersetzt werden.

Schon mit Erteilung der Abgrabungsgenehmigung wird der Umfang der Kompensationsmaßnahmen verbindlich festgeschrieben. So wurde in der 1999 erteilten und heute gültigen Abgrabungsgenehmigung pro Hektar Abgrabung die vierfache Fläche als Kompensationsleistung festgeschrieben.

Unsere Zwischenbilanz: In diesem Jahr wird der 100ste Hektar an Kompensationsmaßnahmen in Lienen in Angriff genommen. Wir haben bislang 48 ha neue Waldfl ächen geschaffen – vorwiegend in Lengerich und Lienen – und auf 22 ha ökologische Maßnahmen durchgeführt. In Lienen wird noch in diesem Jahr die Aufforstung von weiteren 30 ha begonnen. Diese Flächen ergeben zusammen rund 100 ha – oder 140 Fußballfelder. Demgegenüber stehen 10,1 ha Waldfläche, die seit 2000 durch Kalksteinabgrabung in Anspruch genommen wurden.

Wie sieht der Flächenbedarf für die Regionalplanänderung aus?

Zur Sicherung der Rohstoffversorgung für die nächsten 30 Jahre werden wir 26 ha Fläche benötigen; hiervon sind 16,5 ha Laubwald, der Rest entfällt auf Nadelwald und Grünland.

Wie sehen die künftigen Kompensationsmaßnahmen aus?

Die Europäische Kommission hat die Rahmenbedingungen für Kompensationsmaßnahmen bei Eingriffen in Natura 2000-Gebiete (sog. FFHGebiete) in Leitfäden ausführlich zusammengestellt und kommentiert. Art und Umfang der Kompensation richten sich nach den Schutz- und Erhaltungszielen des betroffenen Natura 2000-Gebietes. Sowohl Flora als auch Fauna sind gleichwertig zu berücksichtigen.

Für unsere zukünftigen Abgrabungsvorhaben im FFH-Gebiet „Nördlicher Teutoburger Wald“ hat die Landesregierung NRW mit Unterstützung der Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten NRW die Anrechenbarkeit von Kompensationsmaßnahmen schon 2008 vertraglich festgelegt. Für zukünftige Eingriffe in das betroffene Natura 2000-Gebiet sind nur hochwertige Maßnahmen geeignet, die im Detail durch ein abgestimmtes Kompensationskonzept beschrieben werden.

Das Kompensationskonzept

Basierend auf den Vorgaben der EU und dem 2008 geschlossenen Vertrag mit der Landesregierung haben wir ein bundesweit anerkanntes Gutachterbüro beauftragt, das unter Federführung der Bezirksregierung Münster gemeinsam mit den Naturschutzbehörden und Vertretern des Forstes detailliert die Voraussetzungen für geeignete Kompensationsmaßnahmen erarbeitet hat:

– Schon 15 Jahre vor Inanspruchnahme von neuen Abgrabungsflächen müssen die Kompensationsmaßnahmen abgeschlossen sein.

– Für jeden Hektar Buchenwald, der in Anspruch genommen wird, ist ein Hektar „FFH-fähiger“ d. h. hochwertiger Buchenwald neu aufzuforsten. Zusätzlich sind drei weitere Hektar Nadelwald in Laubwald umzuwandeln, vorzugsweise in einem FFH-Gebiet.

– An Bodenqualität und Lage der Flächen für Neuaufforstungen bzw. Waldumwandlungen werden genau festgelegte Ansprüche gestellt, damit das Ziel Waldmeisterbuchenwald auch erreicht werden kann.

Vorleistung und vierfache Flächenkompensation werden dazu führen, dass sich der Erhaltungszustand des FFH-Gebietes nicht verschlechtern wird!

Was wird aus den Steinbrüchen nach der Abgrabung?

Schon der Antrag für eine neue Abgrabung muss einen „landschaftspflegerischen Begleitplan“, enthalten, in dem auch die naturschutzfachlichen Maßnahmen im ausgebeuteten Steinbruch dargestellt werden müssen. Der Dyckerhoff-Steinbruch in Lengerich genauso wie der in Lienen-Höste werden nach Beendigung des Abbaus Naturschutzgebiet, in dem der Kalkbuchenwald wieder die Vorherrschaft übernehmen wird – wie bereits in den ehemaligen Steinbrüchen „Canyon“, „Kröner“ und „Windmöller“.

Die beiden bislang getrennten Teile des FFH-Gebietes „Nördlicher Teutoburger Wald“ werden zusammenwachsen. Durch den Lengericher Steinbruch wird das FFH-Gebiet zukünftig um 100 ha zunehmen. Ein Mehrwert für die nächste Generation: Der Nadelwaldanteil, der sich zurzeit im FFH-Gebiet bei rund 50 % bewegt, wird durch unsere Kompensationsleistungen deutlich schrumpfen.

Wir leisten mehr

Wir sind uns unserer Verantwortung für Menschen, Natur und Landschaft bewusst und engagieren uns schon seit langem über unsere gesetzlichen Verpflichtungen hinaus. Seit mehr als zehn Jahren arbeiten wir in der Ig Teuto mit den Naturschützern gemeinsam an Projekten, die dem Naturschutz vor Ort dienen. Ein Leuchtturmprojekt ist die von uns unterstützte Wanderschafherde der ANTL, die mit Schäfermeister Jürgen Schienke die für den Teutoburger Wald besonders wertvollen Magerrasen am Teutoburger Wald pflegt. Hierzu leisten wir einen wesentlichen personellen und finanziellen Beitrag – freiwillig.