Regionalplanung

Kalkstein: überall drin, überall gebraucht

Kalkstein ist der wichtigste Bestandteil von Zement. Bei ca. 1.400 °C wird Kalkstein zu Zementklinker gebrannt. Der Zement erhält dadurch seine besonderen Eigenschaften. Zement ist Bestandteil unseres täglichen Lebens: Unser Haus ist ohne Zement kaum denkbar, auch die Garage, der Kindergarten, die Schule und die Turnhalle sowie Straßen, Autobahnen, Bahnschwellen, Brücken und Pflastersteine. Insgesamt verbraucht jeder Bundesbürger pro Jahr statistisch gesehen 300 kg Zement. Können bzw. wollen Sie darauf verzichten?

Lengericher Kalkstein: einzigartig

Der Kalkstein, der in Lengerich am Teutoburger Wald abgebaut wird, ist für uns unersetzbar, denn nur hier kommen Kalksteinschichten unterschiedlichster Qualitäten in enger Nachbarschaft vor. Sie haben das Zementwerk in 140 Jahren zu einem Unternehmen gemacht, das in Deutschland eine der breitesten Paletten unterschiedlichster Zementsorten anbietet.

Das Zementwerk: Wichtiger Arbeitgeber in der Region

Das Dyckerhoff Werk in Lengerich ist ein wirtschaftlich gesundes und wettbewerbsfähiges Zementwerk. Das liegt auch an der besonderen Qualität der Lagerstätte. Wir sind stolz auf unsere modernen Produktionsanlagen und unsere hohen Umweltstandards. Wir sind davon überzeugt, dass unser umfangreiches Umweltmanagementsystem im weltweiten Vergleich einen der vordersten Plätze einnimmt. Als einer der großen Arbeitgeber in Lengerich beschäftigen wir 220 Kolleginnen und Kollegen, dazu kommen weitere 300 indirekte Arbeitsplätze in der Region.

Regionalplan: Weshalb jetzt ändern?

Zukünftige Abgrabungen sind nur in den vom Regionalplan dargestellten Bereichen zulässig. Gesetzlicher Auftrag an die Regionalplaner ist es, oberflächennahe Rohstoffe „vorsorgend“ zu sichern, indem Bereiche dargestellt werden, für die zukünftige Abgrabungsgenehmigungen beantragt werden können. Ziel ist, die Versorgung für einen Zeitraum von mindestens 30 Jahren zu sichern. Dieser ist mit unserer bis zum Jahr 2027 reichenden Abgrabungsgenehmigung nicht gedeckt. Das Regionalplan-Änderungsverfahren ist vollkommen unabhängig von einer Abgrabungsgenehmigung. Es sind zwei völlig getrennte Vorgänge, d.h. die Regionalplanung ersetzt keine Abgrabungsgenehmigung!

Zur Aktualisierung des Regionalplans fragt die zuständige Planungsbehörde in regelmäßigen Abständen von den Betrieben den jährlichen Verbrauch der Rohstoffe ab. Daraus ergibt sich ein Mittelwert, der für die nächsten Jahre fortgeschrieben wird. Dabei wurden bei der Berechnung unseres zukünftigen Bedarfs genehmigte Restvorräte und Alternativen, wie die Tieferlegung bestehender Steinbrüche, berücksichtigt. Diese Berechnung hat zusätzlich ergeben, dass wir in den nächsten 30 Jahren keine Erweiterung des Steinbruchs „Höste“ benötigen werden.

Abgrabung und kein Ende?

Abgrabungsgenehmigungen werden nur befristet erteilt. Die Vorräte an Kalkstein am Teutoburger Wald reichen theoretisch für mehr als 100 Jahre. Allerdings sind der Ausdehnung des Steinbruchs Grenzen gesetzt. Auch in Zukunft werden wir den Kamm des Teutoburger Waldes nicht antasten. Auch das im Westen liegende Naturschutzgebiet „Intruper Berg“, das vor allem wegen der alten Steinbrüche so wertvoll ist, ist für uns tabu. Aus heutiger Sicht sind nur noch eine Vertiefung des bestehenden Steinbruchs um 15 m und eine Ausweitung nach Osten möglich. Beides zusammen deckt den Bedarf von 30 Jahren für den Planungshorizont des Regionalrates ab. Wie weit eine Abgrabung bis an die Wohnbebauung der Sudenfelder Straße reichen darf, wird erst Gegenstand eines zukünftigen Genehmigungsverfahrens sein.

Sind Abgrabungen im FFH-Gebiet zulässig?

Die Europäische Kommission sagt „ja“, dies steht in der 1992 veröffentlichten FFH-Richtlinie. Allerdings ist dies nur unter strengen Auflagen möglich. Die Europäische Kommission hat im Laufe der letzten 10 Jahre umfangreiche Erläuterungen veröffentlicht, wie Pläne und Projekte in einem FFH-Gebiet verträglich gestaltet werden können. Ganz neu ist der Leitfaden der EU-Kommission über die Gewinnung nichtenergetischer Rohstoffe in Natura-2000-Gebieten. Darin werden zum Beispiel die Erfolge der deutschen Steinbruchbetreiber um die Erhaltung des vom Aussterben bedrohten Uhus und weiterer seltener Pflanzen und Tierarten gewürdigt. Hierzu haben wir auch in Lengerich beigetragen!